Aus gegebenen Anlass muss ich schon an dieser Stelle einen Eintrag zum Thema Malaria machen. Ihr ahnt schon richtig – am morgen meines sechsten Tages in Tanzania bin ich mit starken Kopfschmerzen und großer Übelkeit aufgewacht, beides Symptome der hier typischen Malaria. Es ist zwar richtig, dass an dieser Krankheit hierzulande mehr Menschen sterben als an Aids, dagegen steht aber, dass dies jaehrlich nur ca. 10 deutsche Touristen betrifft (hauptsächlich wegen besserer finanzieller Mittel und dadurch besserer Medikamente…).
Normalerweise hat Malaria eine Inkubationszeit von mindestens 7 Tagen, mit meiner schnellen Erkrankung habe ich also nicht nur alle Malariastatistiken auf den Kopf gestellt sondern auch großes Verwundern im Hospital ausgelöst. Dort wurde ich naemlich sofort hingebracht, um mit einem Soforttest erstens Gewissheit zu haben und zweitens dann auch die richtigen Medikamente zu bekommen. Nach nun drei Tagen mit viel Schlaf, vielen Tabletten und viel Ruhe fühle ich mich wieder halbwegs hergestellt – es war zum Glück eben nur die leichte Variante. Das Ende dieser Geschichte ist uebrigends ebenso typisch afrikanisch wie überhaupt Malaria zu bekommen. Heute morgen stellte ich fest, dass auf den „Laborpapieren“ (falls man diese so nennen kann), ein anderer Name eines 13-jaehrigen Jungen vermerkt ist. Ob nun der Junge oder ich Malaria hat und aufgrund welchen Papiers der Doktor mir nun Medikamente verschrieben hat, wird wohl ungeklärt bleiben. Vielleicht fühlte ich mich ja nur wegen der vielen Chemie in den letzten Tagen so krank…
Es geht mir also schon wieder recht gut, und so langsam kehrt auch die Zuversicht zurück, dass dieses halbe Jahr in Tanzania doch noch eine gute und schöne Erfahrung werden wird. Denn abgesehen von der Malaria bedarf es doch einiger Flexibilitaet, sich auf die Lebensweise hier einzustellen. Da ist z.B. die Einstellung zur Arbeit, die hier eine ganz andere zu sein scheint. Eigentlich ist hier nur das wirklich notwendig, was zum direkten Lebenserhalt beitraegt. Anders ausgedrückt: Man sieht hier auf den Strassen (und dort findet das Leben nur statt) entweder Menschen die Essen zubereiten oder Menschen die Rumsitzen, Schlafen, sich Ausruhen, ein Schwaetzchen halten… Aehnlich ist auch die Einstellung hier im Hisani Center. Die meiste Zeit des Tages verbringen wir vor dem Fernseher oder mit Essen. Oder eben im Schatten sitzend und redend. Ab und zu frage ich dann mal, „was machen wir als naechstes, was ist zu tun?“, dann werde ich nur groß angeschaut…Naja, passt ja momentan ganz gut zu meinem Gesundheitszustand! Und ich werde sicher meinen Weg und eine Betätigung hier finden.
huu! du lässt auch nichts aus… hoffe du bist bald wieder fit und voller engerie wie eh und je… aber eigentlich mache ich mir bei dir da keine sorgen drum. du bist schliesslich du.
musste sehr schmunzeln über deine begegnung mit der afrikanischen arbeitshaltung – darüber wundert sich vermutlich schon jeder normale mensch aus unserer welt, aber wie muss es erst für dich sein, der du immer so rastlos und voller tatendrang bist…
ich hatte immer das problem, dass ich die künstler, von denen ich etwas gekauft habe, an vielen stellen gerne besser bezahlt hätte, was aber, wenn ich´s denn getan habe, den effekt hatte, dass sie darauf hin ihren job an der bar gekündigt haben -´s hat ja zum leben an dem tag gereicht. morgen gibt´s da nicht. das coole daran fand ich die sorglosigkeit und das dasein in dem augenblick…
…und wenn sie wollen, dann können sie auch vor bewegung sprühen und berge versetzen. und wer wenn nicht du könnte diese energien wecken? bin sicher du wirst ein „projekt“ finden und hoffentlich nicht daran verzweifeln, wenn es anderes funktioniert als es das in good ole germany tun würde…
liebe grüsse in das sonnenland, änneken
Oh je, gleich am Anfang ne Malaria, das ist natürlich ein Volltreffer. Hoffe dir geht’s wieder gut und du lässt dich davon nicht runterziehen…
Hab mal gelesen, dass auf unserer nördlichen Halbkugel Zeit = Geld ist und auf der südlichen Halbkugel ist Zeit = Ereignisszeit. Also es ist nicht wichtig, wieviel man tut, sondern wen man trifft und mit wem man zusammen ist usw.
Passt wohl ziemlich genau auf deine Erfahrung
Sind denn keine Schüler in dem Hisani Center?
Die Sache beim Arzt ist echt typisch. Am besten gehst du gleich nochmal testen, ob die Malaria auch wirklich weg ist. Nicht dass du die irgendwie verschleppst.
Viele Grüße aus dem schönen Heidelberg,
Melanie