Hier berichte ich nun also von einer ersten und kurzen „Eroberung“ des Nordwestens von Tanzania: Bukoba und Umland. Um dafür ein langes Wochenende zu haben hatten Daniel und ich extra die Wochenenden davor durchgearbeitet.
Bei mir gings schon spannend los, denn weil sich zwei Dala Dalas in Buswelu um Fahrgäste stritten und sich jeweils nicht abfahren ließen, erreichte ich das Schiff nur knapp vor Abfahrt. Natürlich musste ich sofort das ganze Schiff erkunden, und als die Zugänge zu den versch. Klassen wie üblich nach Abfahrt abgeschlossen wurden befanden Daniel und ich uns grad in der dritten Klasse, anstatt in der gebuchten „second class sleeping“. Dadurch wurde die Fahrt aber erst zu einem richtigen Highlight, denn anstatt in den Kojen zu schlummern saßen wir zwischen Matratzen, Kartons, Baumaterial und genossen den klaren Sternenhimmel und nen Bierchen. In Bukoba auf der anderen Seite des Viktoriasees erwartete uns eine total andere Landschaft (total grün und bergig), überall Bananen sowie vier befreundete Kölner Sonderpädagogen. Mit ihnen zusammen verbrachten wir die nächsten vier Tage.
Wir besuchten z.B. eine spezial unit, eine Sonderschulklasse, in der zwar vier Lehrer täglich zugegen sind, in der aber wohl selten mehr als eine Stunde pro Tag unterrichtet wird. Trotzdem waren wir erstaunt über die gute (sonder-) pädagogischen Arbeit. Und wir erlebten unseren ersten dicken Regenschauer in Tanzania.
Bild1: Kochbananen wohin man sieht… Auf dem Markt von Bukoba.
Am Samstag brachen wir zu einem Ausflug zu den heißen Quellen von Karague auf, nach mehr als drei Stunden DalaDala-Hinfahrt mussten wir aber leider feststellen, dass es zwei Karagues gibt und wir im falschen gelandet waren. Trotzdem ein interessanter Ausflug nahe der Grenze zu Ugande, wir hatten das Gefühl, dass sich hierher noch nicht so oft ein Weißer verirrt hat.
Das Beste an dieser kleinen Auszeit in Bukoba war aber unsere Unterkunft, das Essen und natürlich die Mädels: Nicht nur, dass wir direkt am Strand wohnten, jeden Tag kauften wir frisch auf dem Markt ein und verarbeiteten diese für tansanische Verhältnisse zu richtig dekadente Mahlzeiten. Endlich mal Abwechslung zu Reis,Ugali und Bohnen! Und die ganze Zeit hatten wir soviel Spass, dass Daniel und
ich den ganzen letzten Tag auf einem Motorschaden des Schiffs hofften. Da dieser aber nicht eintrat, hatten wir auch wieder eine interessante Rückfahrt, diesmal verbrachte ich sie auf einem riesigen Haufen Bananen sitzend auf dem Vordeck des Schiffes – bis mich ein Offizier nachts um drei zurück in die 2. Klasse bat…
Bild 2: Schlafplätze dritter Klasse: Bananen verschiedenster Art auf der MS Victoria bei der morgendlichen Einfahrt in den Gulf of Mwanza.
Morgens schauten wir dann noch zu, auf welch unkomplizierte Weise die Unmengen Bananen wieder in Mwanza entladen wurden… und nachdem wir uns zwei stibitzt hatten starteten wir glücklich über diesen gelungenen ersten Ausflug in eine neue Woche in unseren Projekten… Bukoba und Bananen!


kleine änneken will auch…