Auch in Afrika ist das Bier ein sehr beliebtes Freizeitgetränk (hier vorzugsweise aber warm!).
Klar, dass es mir nicht schwer fiel, diese Freizeitbeschäftigung anzunehmen bzw. weiterzuführen!
Gestern war ich also mal wieder ein Bier trinken, traf mich dazu mit Hannah in der Stadt. Inzwischen bin ich lang genug hier um ein paar Alternativen zu den üblichen high society Kneipen zu kennen, also landeten wir in einer hauptsächlich von Locals besuchten Bar eingequetscht zwischen großen Steinfelsen und unter Palmen…
Meistens haben die Kneipen hier mindestens einen Billardtisch (egal wie eng und klein es ist), einige Coca-Cola Plastiktische und Stühle sowie eine vergitterte Bar. Dazu kommt noch ein Fernseher, der mit Nachrichten, Premier League oder billigen Soaps die Leute unterhält und ein großer Lautsprecher, aus dem total übersteuert (das wird hier wohl als ästhetisch definiert) afrikanische Musik schrebbelt…
Wir bestellen uns also zwei Bier, die in einem schlichten Plastikkorb gebracht werden und die wir trotz Bedienung sofort bezahlen müssen. Wenig später gesellt sich ein erster „Gast“ zu uns und fragt uns nach den üblichen Wie-geht’s-floskeln ob wir ihm ein Bier ausgeben könnten. Das war gestern ungelogen das vierte Mal an einem einzigen Tag, dass ich nach einer Soda oder einem Bier angebettelt wurde. Leider sind Tansanier sehr geduldig in dieser Beschäftigung, weshalb es mir schon ein paar mal passiert ist, dass, nachdem ich genervt kurz angebunden wurde, sie böse reagierten und dann sicherlich sehr unschöne Sachen auf Swahili sagten…
Heute haben wir Glück, unser Freund trollt sich ohne größeren Ärger.
Zwischendurch schaut immer mal wieder die Bardame vorbei, schüttelt kurz die Flasche und testet damit ob sie schon leer ist. Warum es so dringend ist, eine leere Flasche abzuräumen ist mir noch nicht klar, denn ob wir nen neues Bier wollen wird man eigentlich nie. Das mag aber auch daran liegen, dass es inzwischen um uns herum sehr ruhig geworden ist. Es ist 21.00 Uhr, ganz unbemerkt sind alle Gäste gegangen und selbst die die letzten Billardspieler räumen ihre Coes weg. Als dann auch wir kurze Zeit später unser Bier ausgetrunken haben (die spärliche Beleuchtung ist auch bereits ausgeschaltet) sitzt nur noch der Nachtwächter einsam auf einem Stuhl. Ist ja aber kein Problem, wir sind ja draußen und konnten nicht eingeschlossen werden…
Inzwischen hat sich der Rückweg gut eingespielt, Hannah nimmt wie immer ein Taxi (was aus Sicherheitsgründen auch gut so ist) während ich versuche eines der wenigen DalaDalas noch zu bekommen. Und da ich ja aber so schön weit draußen wohne, gehört eine Piki Piki (Motoradfahrt) als spaßiger zweiter Teil meiner Heimreise dazu. Nach kurzem Verhandeln zahle ich 1000 Shillingi (umgerechnte ca. 58 Cent) und dann brause ich über holprige Sanddorfstraßen noch 15 Min nach hause. An diese nächtliche Heimfahrt mit eine wenig frischer Zugluft kann ich mich echt gewöhnen!
Hoi Timo!
Beim Lesen dieses Artikels wurde ich den Eindruck nicht los, das du vor deinen Abreise nach Afrika in meinen Tagebüchern gespickert hast. Das kommt mir allse so bekant vor.
Ca. 2300 km weiter Wertlich, in der Repubik Gabon verhält sich die Sache in den Kneipen fast identisch:
Vollig übersteuerte Musik, aus dem einzigen noch funktionierenden Lautsprecher,
dem ein oder anderen einheimischen der sich das eine oder andere Bier erschnorren will,
der „Bardame“ die nach den noch nicht ausgetrunkenen bierflasche schaut,
Der Austattung der Kneipen mit diversen Werbeartikeln von Cokacola und Co.
Wir, (armin und Ich zwei Wandergesellen) waren immer gern gesehene Gäste, nicht allein weil wir „weisse“ waren, sondern auch weil wir fast immer die letzten waren die die Lokalität verlassen haben, nachdem die Einheimichen nach dem Konsom von ca 4 Flachen Bier stark schwankend den heimweg angetreten hatten.