Bin mal wieder unterwegs, diesmal ist mein Ziel einmal um den Victoria See (den ich ja immer nur von einer Seite aus Mwanza kenne) herum zu reisen.
Das ging schon gut los, denn kurz nach meiner Abfahrt sah ich einen aehnlichen Reisenbus wie meinen bei einem schrecklichen Unfall. Und mir wurde bewusst, dass dies hier leider nichts ungewoehnliches ist… Nunja, nach 9 Std Fahrt und einer wunderbaren Grenzueberquerung (Landschaftlich gesehen; mit schoenen Wasserfaellen, komisch, dass man hier eine Grenze hinbaut…) kam ich schliesslich in Rwanda an.
Auch wenn dieses kleine Land nicht auf meiner Route liegen muesste, weil es keinen Zugang zum Victoriasee hat, beschloss ich das Land der „mille collines“ (tausend Huegel) mit seiner dunklen Vergangenheit fuer ein paar Tage zu besuchen: Uns ist es vor allem durch den schrecklichen Voelkermord vor 14 Jahren bekannt. Und man wird unweigerlich mit diesem Teil der Geschichte konfrontiert, so z.B. als ich von der Grenze nach Kigali trampte und ich nicht nur viele Details und ein typisches Schicksal kennelernte sondern auch durch die Intensitaet dieses Gespraechs die grosse Bedeutung erfahren konnte. Der Genocid (Voelkermord), bei dem sich gegenseitig die Staemme Tutsi und Hutu umbrachten, ist besonders in seiner Brutalitaet erschreckend. Und das in fast heutiger Zeit ohne das es die Weltgemeinschaft schaffte dies zu verhindern. Das muessen wir uns massiv vorwerfen lassen, und besonders auch durch die Konolisation ueberhaubt erst so etwas wie Rassenunterschiede und ein Wissen darueber hierher gebracht zu haben…
Der Besuch des sehr gut aufbreriteten Memorial brachte mir viele Details ueber diese mir zuvor unbekannten Geschehnisse naeher und liess mich wie schon in Yad Vaschem (Israel) und Yerewan (Armenien) in Unfassbarkeit zurueck, was Menschen sich gegenseitig antuen koennen…
Und leider muss ich nun umso genuaer verfolgen, dass sich aehnliches grad nebenan im Kongo abspielt. Wer dies genauer verfolgt, die Urspreunge sind hier sehr aehnlich…Man befuerchtet hier bereits einen weiteren Genocid.
Rwanda dagegen ist heute eines der sichersten Laender der Region, ich war sehr positiv ueberrascht, wie sehr die Rwandische Bevoelkerung wieder zu einer Nation zusammengewachsen ist.
Aber eigentlich wollte ich ja vielmehr von meinen weiteren Erlebnissen berichten: Bin dann weiter nach Ruhegehri, einer Stadt im Norden Rwandas, welche hauptsaechlich wegen der selten Berggorillas beruehmt ist. Leider konnte ich einen Besuch bei einer dieser „Gruppen“ nicht bezahlen (500 US Dollar) sodass ich lieber 10 Std lang gut bewacht von drei schwer bewaffneten Parkrangern auf einen der Vulkane (immerhin 3700m hoch) stieg und mich so dem Kongo bis auf wenige Meter naeherte. Wie schon in Chile auf dem Vulkan Villarica hatte ich leider kein Glueck mit dem Wetter, null Aussicht, Dauerregen und wirdrigsten Bedingungen liessen diese Tour durch tiefsten Urwald auf andere Weise zu einem Erlebnis werden, ich glaub ich war selten so nass, dreckig und erschoepft..
Und nun sitze ich auf einer einsamen Insel im Lake Bunyoni (direkt am Aequator), welcher einer der schoensten Flecken von Uganda ist und irgendwie stark an die Landschaft von Skandinavien erinnert, und erhole mich von diesen Strapazen…
Meld mich dann bald mit mehr Erfahrungen aus Uganda!
wow!