Es ist sicher interessant mal so einen gewöhnlich und doch ungewöhnlichen Tag mit mir zu erleben. Hier kommt er…:
Es ist Montag, 7.30 Uhr, ich wache wie gewöhnlich ohne Wecker durch die Geräusche aus dem nahen und bereits ordentlich geschäftigen Dorf auf. Meistens sind meine beiden Mitbewohnerinnen Elena und Walburga schon auf und sitzen bereits am vorbereiteten Frühstückstisch. Mit dem aufgießen meines Malaria-Tees beginnt auch für mich das Frühstück und es dauert min. 15 Min, denn erst dann hat der Tee lang genug gezogen…
Meistens (Montags) überlegen wir dann zusammen, was wir diese Woche unterrichten wollen, ich mache mir gleichzeitig noch nen Plan was zusätzlich noch zu organisieren und erledigen ist. Da wir nicht so feste Arbeitszeiten haben, dauert es oftmals bis um 10 Uhr, bis wir loskommen und von morgendlichen Grüßen und Mzungu Rufen begleitet gen Hisani radeln. Heute ist es anders, denn wir machen zuerst die Dankeskarten für die Helfer des Tournaments fertig. Dies zieht sich hin, auch weil ich für die (Malaria?-) kranke Walburga einen Transport ins Hospital organisiere. Durch die Verspätung beschließe ich, die „Morning-lessons“ zu skippen und mache mich daran, Listen und Dokumente für das Anlegen einer persönlichen Akte für jedes Kind vorzubereiten. Außerdem beantworte ich noch einige Mails bezüglich unseres „Zwischenseminars“ welches vom Programm Weltwärts vorgeschrieben ist und von uns selbst organisiert im Dezember im Süden von TZ stattfinden soll. Anschließend verlagere ich meinen Arbeitsplatz ins Hisani-Center, wo ich zuerst mit Fred einige Sachen bespreche und mich dann neugierig beäugt von einigen Kindern daran mache, die gespendete Waschmaschine anzuschließen. Am Nachmittag schaue ich dann zuerst bei der „Headmasterin“ der Buswelu Secondary School vorbei um mich bei ihr für die Hilfe beim Tournament zu bedanken, dann habe ich dann einen Termin beim Tischler, mit dem ich mich schließlich auf einen akzeptablen Preis für den Bau von drei Schultischen einige.
Zurück in Hisani entschließe ich mich, nur noch ein wenig mit den Kids zu reden und herum zu tollen, denn ich sollte noch vor Dunkelheit die Stadt erreichen. Dort muss ich auf den Markt, zum Busbahnhof und zur Trainstation um Tickets für die Reise in den Süden zu besorgen. Fast jeden zweiten Tag bin ich inzwischen in der Stadt, meist weil vom vorherigen Besuch noch etwas unerledigt ist (weil mal wieder irgendwas geschlossen hatte) oder ich auf dem Weg zu Freunden bin. Heute fahre ich nach Nyengesi (30 min in den Süden), wo ich drei Mädels besuche, die mir die Haare schneiden und mit mir nen Bier trinken und Fotos von einem gemeinsamen Ausflug schauen wollen…Ein Besuch dort ist besonders deswegen immer spannend, weil dort eigentlich kein Männerbesuch gestattet ist. Aus diesem Grund verbringe ich den Rest des Abends flüsternd (der Nachtguard könnte etwas hören). Und verlasse das Haus am nächsten morgen so früh, dass der Nachtguard schon weg, die Putzfrau aber noch nicht da ist…
7.30h, aufstehen, duschen, noch mal unter die bettdecke schlüpfen, weil es hier in deutschland inzwischen bitter kalt geworden ist. pläne machen, tee trinken und einen kurzen augenblick abtauchen in deine erzählungen. ich musste so schmunzeln, weil es, was den morgen anbelangt, so ein paar parallelen hat und doch so anders ist… auf jeden fall bin ich jetzt dank einer hand voll afrika erst mal wieder völlig entspannt. ich mach das einfach wie die: komme zwei stunden zu spät zu meiner ersten veranstaltung, die selbstverständlich hier zu lande nicht auf mich warten wird, habe keinen stress und stattdessen gute laune. so, you´ve made my day!
was ganz anderes: hat das eigentlich funktioniert, mit dir post ins hisani schicken? weil inzwischen ist es zwei, drei monate her, dass ich einen brief für dich auf reisen geschickt habe. vom gefühl her müsste das jetzt zeitlich nämlich passen, das mit dem ankommen…
einen sonnigen tag dir!
änneken
du bist ein schmuddelkind. besuch in nyegezi und das über nacht… ich werde für dich beten