Nun endlich habe ich sie auch gesehen: die weltberühmte Serengeti, Simba, Tembo und ihre Kollegen und natürlich auch den ungewöhnlichen Ngorongoro-Krater.
Und ich hätte nicht gedacht, dass diese letzte zum Abschluss meiner Zeit hier „echte“ (nach unserem deutschen Wortgebrauch; Safari ist eigentlich Kiswahili für Reise) Safari so ein besonderes und eindrückliches Erlebnis werden würde.
Zur vermeintlich besten Zeit (nach der kleinen Regenzeit und vor der Migration) und deswegen hoher Tierdichte konnten wir so viele Tiere sehen, dass ich hier nicht alle aufzählen kann. Der Wunsch eines jeden Serengeti-Besuchers sind natürlich die „big 5“, (Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Leopard sind die am Überlebensstärksten Tiere hier) welche wir alle z.T. sehr nah sehen und erleben konnten. Das ist sehr ungewöhnlich, denn der Leopard (nur Nachts aktiv) und das Nashorn (stark bedroht, im Park gibt es nur 25 Tiere) sind selbst von erfahrenen Guides nicht so leicht auf zu spüren. Nicht weniger beeindruckend waren die vier Begegnungen mit den Elefanten (welche einmal in einer großen Herde direkt an uns vorbeizogen) und den Löwen, die wir z.B. beim Verspeisen einer Zebra-Beute erlebten.

Nicht zu vergessen Unmengen von Zebras, Giraffen, Hyänen und Gnuherden.
Mein persönliches Highlight war die längere Beobachtung einer Gepardmutter mit zwei Jungtieren: Als eine Gruppe Zebras erst sehr nah am Rastplatz der Raubkatzen Witterung aufnahm, kam es zu spannungsvollen Minuten, bis erstaunlicherweise die Geparden das Feld räumten. Zu unserem Glück, denn dann konnten wir erleben, wie die Mutter ihren Jungen das Jagen beibrachte: Immer wieder griffen sie eine Gnuherde an, die ihrerseits sehr offensiv auch die Geparden einschüchterten. Das sind spannungsvolle Szenen mit dem Fernglas in der Hand…

All dies erlebten wir in so besonderer und gegensätzlicher Landschaft: Die unglaubliche Weite der Serengeti ist nicht zu beschreiben, man muss sie fühlen. Dagegen besticht der Krater eben besonders durch seinen umgebenden Kraterrand und seine Geschlossenheit (die ihn auch so besonders für die Tierwelt macht).
Zu dieser wunderbaren Safari gehörte aber auch eine super Truppe (neben Johannes und Cornelia waren noch 4 gut befreundete Volontäre dabei) und Charles, unser Fahrer, der durch seine immer noch vorhandene Begeisterung für diese Tiere und seinen guten „Riecher“ erst überhaupt die Tiere für uns entdeckte…

Und schönerweise sind wir nun auch alle heil zurück, denn wir hätten durchaus auch selbst Beute werden können: Da wir unsere Zelte an Plätzen/Camps aufschlugen, welche genauso selbstverständlich auch von den Wildtieren genutzt werden bekamen wir immerhin von einem Löwen (so wurde uns erzählt), einem Elefanten (der unser Wasser trank) und von unzähligen Hyänen Besuch. Und am letzen Abend knabberte ganz plötzlich ein großes Wildschwein an meiner Hose. Nach dieser Erfahrung bin auch ich nicht mehr Nachts auf die Toilette!