…leider muss ich nun unerhoffter- aber erwarteterweise doch noch einen zweiten Teil zum Thema Gesundheit schreiben:
Afrika stellt fuer jeden Europaer eine gesundheitliche Herausforderung dar. Das liegt ganz einfach an den anderen klimatischen Bedingungen, aber auch an der Existenz von bei uns nicht vorhandenen oder ausgerotteten Krankheiten und nicht zuletzt an den anderen hygienischen Bedingungen. So haben wir Volontaere bisher immer die Erfahrung gemacht, dass egal aus welchem Grund man ins Krankenhaus faehrt, immer noch etwas anderes entdeckt wird. Nachdem ich ja schon ganz am Anfang meiner Zeit hier Bekanntschaft mit der Malaria machen durfte, wurden bei meinen weiteren Besuchen nebenbei so schoene Sachen wie Hautinfektionen oder Wuermer gefunden. Meistens war ich wegen einem Malariatest dort hin gegangen.
Leider hatte ich zusaetzlich zu diesen „Kleinigkeiten“ dann aber auch ausfuehrlicher mit Krankenhauesern zu tun: Bei unserem Zwischenseminar im Sueden plagte mich hohes Fieber und totale Erschoepfung. Nachdem in verschiedenen Hospitals in Dar und Peramiho (beides sehr renomierte und wirklich gute Haeuser) drei Malariatests negativ ausfielen, stellte sich erst spaeter heraus, dass meine Weisheitszaehne fuer diesen Zustand verantwortlich waren. Abgesehen von dem „wilden Antibiotika“ Cocktail der mir dann verschrieben wurde, waren diese Erfahrungen nicht schlecht und eher interessant.
Das System in Hospitals ist immer gleich: Zuerst muss gezahlt werden, dann wird untersucht (meist mit langen Wartezeiten dazwischen). Die letzte Station ist meistens die Hauseigene Apotheke, wo es die meist subvetionerten und obligtoisch verschriebenen Medikamente gibt. Immer wiede erstaunlich sind die Preisunterschiede: Ein Malariatest kostet z.B. in Buswelu ca 500 Shilingi (28 ct) waehrend man im Aga Khan Hospital in Dar fuer die gleiche Aktion 3500 Tsh zahlt.
Meine Erfahrungen sollten jedoch kein Grund sein nicht nach Afrika bzw. Ostafrika zu kommen. Die vielen Erlebnisse und Erfahrungen einer Reise auf diesen Kontinent sind das Risiko solcher kleinen Nebenerscheinungen alle mal wert. Dies gilt besonders wenn man laenger im Land bleibt und sich die Zeit nimmt mehr von ihnen zu machen. Hinzu kommt, dass man als Weisser in der Regel auch das noetige Kleingeld fuer eine gute medizinische Versorgung besitzt, sodass man gesundheilich wohl selten wirklich mit dem Leben bedroht ist…