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Weihnachten in Tasania

Zunaechst moechte ich all meinen interessierten Lesern,

Freunden und Bekannten

(auch) auf diesem Wege

froehliche Weihnachten wuenschen!

Nachdem ich ja leider wegen meiner verspaeteten Rueckkehr nur wenig Zeit fuer die vielen Weihnachtsvorbereitungen hatte, kam ich (im Gegensatz zu den meisten Einheimischen hier) noch richtig in Weihnachststress. Aber das gehoert ja irgendwie dazu, und bei ca 30 Grad durch die Stadt zu hetzen ist auf andere Art weihnachtlich. Habe aber alles geschafft, und dank der vielen kleinen mobilen CD Laeden in den Strassen kam ich durch die Musik auch ein wenig dabei in Weihnachtsstimmung!

Sicher ist es fuer Euch interessant, wie man Weihnachten in Tansania feiert.

Den Heiligabend, verbrachte ich mit vier anderen Volontaeren und einem Tansanischen Freund bei mir zu Hause in Buswelu. Es war ein wunderbarer Abend! Wir hatten alles schoen geschmueckt, die letzlich doch relativ grosse Zahl an Geschenken unter unseren kleinen Plastik Weihnachtsbaum gelegt, und viel heimisches Essen zubereitet (wir haben den Obstsalat erst heute essen koennen, soviel wars…). Und wie jedes Jahr, bei der Beschehrung verging die Zeit und wir waren alle erstaunt, alses schon drei Uhr Nachts war. Bloed, denn am naechsten Morgen um 8.00 wollten wir mit unseren Kids in die Kirche. Wie das aber so ist, ging man hier alles gelassen an und kam deswegen erst um 11 Uhr in die Kirche, fuer die lezte der vier Stunden Gottesdienst.

Danach wurde auch bei uns im Orphange alles schoen Geschmueckt, die beiden Ziegen wurden geschlachtet und das WeihnachtsMittagessen zubereitet. Und natuerlich waren alle Kinder ganz schick angezogen…

Ich verbrachte die meiste Zeit damit, die 87 Paar Schuhe, die wir fuer die Kids gekauft hatten, in Tueten zu packen, mit Namen zu versehen und noch Suessigkeiten dazu im Hof auf zu haengen. Ihr glaubt nich was das fuer einen Arbeit war. Schliesslich, nachdem wir mit den Kids einen kleinen Spielnachmittag gemacht und noch getanzt hatten, durften die Kinder dem Alter nach ihre Geschenke suchen und auspacken. Ihre freudigen Augen, besonders der ganz kleinen, werde ich so schnell nich vergessen!

Morgen werde ich dann zwei Gaeste vom Bahnhof abholen, die 24 Stunden verspaetet Weihnachten nun im Zug verbracht haben…

Zu hause und alles gut!

Inzwischen ist es Heilighabend und ich bin natuerlich wieder zurueck im heimatlichen Buswelu. Die weitere Fahrt war noch spannend, wir wollten von einer kleinen Stadt namens Mpanda aus eine Zug nehmen. Dieser hatte 8 std ! verspaetung und leider nur noch Plaetze in der dritten Klasse. So wurde es wie schon die Fahrten zuvor ein weiteres Erlebnis, denn in der niedrigsten Klasse draengel sich die Leute, wenn man etwas schlafen moechte (immerhin waren wir fuer die 330 km ganze 15 Std unterwegs!) muss man sich unter die Baenke zu den Huehner und dem Muell legen… Leider viel zu spaet in Tabora, hatten wir dort alle Busse zurueck nach Mwanza verpasst. Also trampten wir erfolgreich 3 std in die naechste Stadt, um dann dort wie erhofft wirklich noch Anschluss mit einem total klapprigen Bus nach Mwanza zu bekommen. Auf den lezten 200 km hatten wir dann nochmal zwei Pannen, sodass wir erst gegen Mitternacht endlich in Buswelu ankamen. Was fuer eine Rueckfahrt!

 

Hier also noch ein paar bildliche Eindrücke:

 

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Am Strand von Mbamba Bay/Tansania

 

 

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Kinder am Malawi-See

 

 

 

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Ein typisches Dorf im Norden von Sambia

Entdeckung des Suedwestens

Ob wohl die sambische Pampa des Nordens mit lustigen Orts- und Stadtnamen verknüpft ist? In den letzten Tagen durchquerte ich „Palimpopo“, „Sumbawanga“, „Mbala“, und nun bin aich also in Mpulungu gelandet.Leider konnte ich mein Glück diesmal nicht erzwingen: Nach zwei ruhigeren Tagen hier am südlichsten Ende des längsten Sees Afrikas, der Lake Tanganyika (mit der Hoffnung, dass die Liemba noch auftauchen würde) musste ich schweren Herzens anerkennen, dass mein Traum von dieser wohl so besonderen Schifffahrt wohl nicht in Erfüllung gehen würde. Unglaublich leckerer und frischer Fisch aus dem größten Aquarium der Welt (im Tanganyika See leben unzählige Arten von Seegetier, es wurde sogar in der Nähe unseres Badestrandes eines der vielen Krokodile gesichtet) ließ mich dies aber schnell vergessen. Und schnell hatte ich einen neuen, diesmal eben wieder abenteuerlicheren Plan: So gings mit nem kleinen Fischerboot 2 std bis zu einem kleinen Fischerdorf, von wir (inzwischen nur noch zu dritt) die unbekannten und schwer zu erreichenden zweithöchsten Wasserfälle Afrikas, die Kalambo Falls erwanderten. Ein echtes Highlight, mitten im Wald eine 300 m tiefe Schlucht, man steht an der Kante und schaut den Wassermassen nach…Als nach mehrstündigem Rückweg das Dorf wieder erreichten, war uns und den Fischern ein abermaliger nächtlicher Grenzübertritt diesmal nach Tansania zu gefährlich. Dafür kamen wir in den Genuss noch wirklicher afrikanischer Gastfreundschaft: Extra für uns wurden die Sofas des Dorfältesten auf den kleinen Platz am Strand getragen, es wurde wieder sehr leckerer Fisch zubereitet und wir revanchierten uns mit Brot, Tomaten und Zwiebeln, welche wir noch im Gepäck hatten. So saßen wir bis tief in die Nacht, zwischen Kindern, die uns neugierig beäugten, Hunden, Hühnern, Katzen und eben dem halben Dorf, für die der Aufenthalt von Weißen wohl ein seltenes Ereignis zu sein schien. Und natürlich schliefen wir im Haus der Dorfältesten auf einer Matratze im Wohnzimmer…

 

Am nächsten Morgen gings dann aber zurück nach TZ, wo die abermalige halblegale Einreise aber kein Problem darstellte. Von diesem ersten verschlafenen Örtchen gings dann am nächsten Morgen (wir wurden eigens vom Busfahrer morgens um 4.30 geweckt!) in 6 stündiger Fahrt (für ganze 115 km!) über Sumbawanga und weiter nach Mpanda. Auch diese Fahrt gestaltete sich spannend, denn wir fuhren schon mit 3 stündiger Verspätung wegen Motorproblemen ab, und blieben dann im Match der Regenzeit mitten im Nichts stecken. Nach viel Schaufelarbeit und kräftigem Schieben, kamen wir aber nach nen paar Stunden wieder weiter. Nun bin ich also schon wieder zwei Tage gereist und noch immer ist es so weit nach Mwanza. Reisen im Westen ist bei kaum vorhandenen Strassen eben eine zeitaufwendige Sache…

 

 

Entdeckung des Suedens

 

Tansania ist ein grosses Land mit weiten Entfernungen. Umherreisen erfordert daher besonders Zeit, weil man mit oeffentlichen Verkehrsmitteln auf moistens schlechten Strassen nur langsam voran kommt. Da ich ja nun schon mal wegen dem Weltwaerts-Zwischenseminar im Sueden des Landes weilte, hab ich noch ne Woche dran gehaengt um die meistens entlegenen Schoenheiten in diesem Teil TZs zu entdecken:

Nachdem ich an der Grenze zu Malawi weitere Volontaere getroffen hatte, gings an der Kueste des gleichnamigen Sees entlang bis in die Region Mzuzu, wo wir in Nkhata Bay fuer einige Tage das kristallklare Wasser und die wunderbaren Straende genossen. Spontan entschlossen wir uns dann ueber einen sehr kleinen Grenzuebergang nach Sambia einzureisen, denn von dort wollte wir mit der legendaeren Graf von Goetzen (heute MV Liemba; ein 100 Jahre altes Schiff aus dt Kolonialzeit, in einem der naechsten Eintraege ”auf deutschen Spuren” werde ich darauf naeher eingehen…!) auf dem Tanganyika See zurueck nach Kigoma und Mwanza zu fahren.

Schon oft machte ich die Erfahrung, dass kleine Grenzuebergaenge ein gewisses Abenteuerpotential bieten: An der Malawisch-Sambischen Grenze kamen wir auf einem Truck zwischen Reis und Mehlsaecken sowie den obligatorischen Colakisten sitzend erst bei Dunkelheit an. Dort holten wir den malawischen Grenzbeamten aus dem Feierabend und fuellten bei Taschenlampenlicht (Strom gibts hier nicht…) unsere Exitpapiere aus. Dann gings bei wortwoertlich Nacht und Nebel weiter in wahnsinns Geschwindigkeit, auf Feldwegen und ueber winzige Holzbruecken (die unseren Truck zum Glueck immer aushielten) bis ins erste sambische Dorf. Hier schlief man (und eben auch die Beamten) bereits tief und fest, sodass wir selbiges dann auch taten. Am naechsten Morgen stellte sich heraus, dass hier kein sambisches Visum zu erwerben ist, also wurden wir mit Begleitbrief in die naechste Stadt geschickt, wo aber auch kein Einreisstempel zu bekommen war. Erst im naechsten Grenzort, wo dann einige von uns schon wieder ausreisten, gabs Entrypapiere und die Moeglichkeit die 50 Dollar Visumsgebuehren los zu werden.

Leider stellte sich heraus, dass die MV Liemba wegen Fluechtlingstransporten vom Congo ihren Fahrplan nicht einhalten wuerde. Trotzdem hab ich eben beschlossen in den Abfahrtsort Mpulungu am Lake Tanganyika zu fahren, denn die Alternative waere drei Tage ueber Land in klapprigen Bussen auf schlechten Strassen…Eigentlich sollte ich am Mo zureuck bei der Arbeit sein, so wies es aussieht wird das aber knapp. Afrika eben…

Bis hierher eine Woche, in der ich bzw wir viel Zeit auf Ladeflaechen und in Bussen verbrachten, denn der Sueden TZ und der Norden Sambias sind was Reisen und Starssen angeht wirklich sehr schlecht erschlossen…Dafuer gabs authentische Doerfer und haut (u. staub-) nah wunderbare Landschaften!

 

 

 

Weltwaerts-Zwischenseminar

Wie die meisten von Euch ja wissen, wurde ich durch das neue Programm “Weltwaerts” des Bundesministeriums fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nach Afrika entsendet. Die Regulaarien dieses Programms sehen vor, dass die Zeit des Entwicklungshelfers durch insgesamt 25 Seminartage vor – und nachbereitet bzw begleitet werden soll (ich berichtete ja schon ganz zu Beginn davon…-> s 1. Seite vom Blog). Da ich als einer der ersten “Weltwaertsler” hier ankam, konnte meine Entsendeorganisation (Bezev) noch kein Zwischenseminar fuer mich und zwei weitere finden bzw. organisieren. Klar, dass ich dies fuer uns drei also in die Hand nahm…

 

Ich hatte mal etwas ueber die deutsche Benediktiner Abtei Peramiho gelesen, welche vor ueber hundert jahren gegruendet grossen Anteil am Aufschwung der Region hatte und heute als ein Vorzeigeprojekt von gelungener Entwicklungshilfe gilt. Verbunden mit einer weiten aber dafuer auch interessanten Anreise schien mir dies ein geeigneter Ort fuer unser Seminar. Nun sind wir also hier im fernen Sueden (naehe Grenze zu Mozambique) in Peramiho (www.peramiho.org) und diskutieren, betrachten, reflektieren unsere Projekte sowie allgemein eine sinnvolle Entwicklungszusammenarbeit.

 

Nachdem die Anreise alles andere als glatt verlief (ich wurde richtig krank und besichtigte mehere Krankenhaeuser, Zuege vielen aus, oder fuhren einfach zwei Stunden frueher…davon in naechsten Beitraegen)) und ueber drei Tage hinweg echt anstrengend war, schien es uns wirklich von Gott gegeben, als uns kurz nach unserer Ankunft in Peramiho mitten in der Nacht ein Bruder mit Broetchen, Butter und deutscher Wurst versorgte. Und wirklich, dieser Ort ist eine deutsche Enklave mitten in der tansanischen Pampa des Suedens: Werkstaetten, Kuechen, Schulen, eine Baeckerei und ein grosses Hospital alles entspricht deutschen Standards, versorgt hier viele Menschen und versucht gleichzeitig, die Menschen hier in all diesen Bereichen weiter zu bilden.

In einem Gespraech mit einem aelteren Bruder erfuhren wir viel ueber die Geschichte der Abtei und aktuelle Herausforderungen. Schoen war auch, dass sich viele Menschen dort fuer unsere Arbeit interessierten, an einem Abend stellten wir drei vor grosser Runde unsere Projekte vor. Schnell entstand eine gute Diskussion von Afrika-erfahrenen Deutschen  ueber die Schwierigkeiten einer guten und nachhaltigen EZ.

Leider blieben uns durch die verspaetete Anreise nur wenige Tage in Peramiho, sodass wir die Fortsetzung und letzten Themen unseres Seminars einfach auf eine zweitaegige Schifffahrt auf dem Malawi See verlegten (und so gleichzeitig auch noch die wunderbare Landschaft betrachten konnten…!)…

Ein gelungenes Zwischenseminar, mit einer guten Mischung aus Land, Leuten, Orten und inhaltlicher Auseinadersetzung mit Themen, die uns hier immer wieder betreffen und beschaeftigen…! Eine wirklich sinnvoller Teil des Weltwaertsprgramms!

 

 

Vom Umgang mit Tieren

Nachdem mir heute beim Anschließen der gespendeten Waschmaschine eine Ratte über den Weg (bzw. Finger) lief und ich dadurch mal wieder eine Rattenjagd auslöste, gibt’s heute was zum Umgang mit Tieren zu lesen…:
Hier sind Tiere entweder nützlich oder lästig. Fast nie werden sie aber als achtbare Lebewesen betrachtet. In meinem Fall war die Ratte natürlich letzteres, weshalb sich die größeren Jungs sofort verschiedenste Stöcke und Hölzer suchten und die Ratte solang durch den Hof trieben, bis sie tödlich von einem Schlag getroffen wurde. Einmal erlebte ich es, wie unsere Vorratskammer so von Ratten befreit wurde. Sogar durch die Jungs von den Bäumen geschüttelt hatte sich am Ende ein ordentlicher Berg an toten Ratten angesammelt. Aber auch wenn die Tiere nützlich sind, ist der Umgang mit ihnen doch deutlich anders als bei uns gewöhnlich: Täglich sehe ich Hühner und Gänse, auf Gepäckträgern, unter den Sitzen in den DalaDalas, in Gepäckfächern von Überlandbussen oder mit den Füßen zusammengebunden in der Hand eines Kindes. Viele Gerichte werden hier mit Eiern zubereitet, welche allerdings nicht ganz billig sind. Daher haben hier viele Menschen eigene Hühner. So auch Hisani, in unserem Hof laufen überall Hühner herum (…die auch gerne mal am Unterricht teilnehmen). Wie ich neulich erleben durfte, wird daher auch auf die Hygiene der Hühner geachtet, denn sie mussten sich einer ordentlichen Wäsche durch die Kinder unterziehen. Die armen Viecher waren für ein paar Tage ziemlich Handlungsunfähig und ganz schön scheu…

Tee

Eine der meist gefragtesten Dinge (auf jeden Fall unter Weißen hier) ist die nach der Malaria Prophylaxe. Bei diesem Thema muss ich mich dann immer ziemlich schnell als Exot outen, denn meine Art der Prophylaxe ist so einfach wie ungewöhnlich: Ich trinke Tee! Und das jeden Morgen eine Tasse. Dieser nennt sich „Artemisia annua anamed“, wird aus einer speziell gezüchteten Pflanze gewonnen und sieht aus wie Weed (glücklicherweise hatte ich bisher noch keine Schwierigkeiten auf meinen Reisen deswegen…!). So erspare ich mir die teure tägliche oder wöchentliche „Chemie“, welche sonst zur Prophylaxe üblich ist. Der Geschmack ist allerdings einer Medizin würdig, oft lasse ich Leute probieren und die wenigsten können sich danach vorstellen, dass ich so ein Gesöff jeden Morgen zum Frühstück trinke. Ganz umsonst scheint dieses morgendliche Geschmackserlebnis aber nicht zu sein, denn abgesehen von meiner direkten Malariaerprobung (wo ich den Tee allerdings auch noch nicht regelmäßig trank) scheint er mich gut vor einem weiteren Ausflug nach Malaria zu bewahren…
Leider ist diese Alternative hier (und genauso anderswo in der Welt) gänzlich unbekannt. Das ist sehr schade, denn die Gewinnung des Tees ist relativ einfach und vor allem sehr kostengünstig. Und der Grund für immer noch so viele Malaria-Tote (alle 12 Sekunden stirbt ein Mensch an der „Tropengeisel“ Malaria, 500 Millionen jährlich) ist vor allem der Mangel an bezahlbaren Arzneimitteln. Und dabei kostet hier der simple Malaria-Test nur 500 Shillingi (0,4 €), die Medikamente nur 2000 Tsh.
Aber vielleicht kann ich ja daran ein wenig etwas verändern, denn schon oft wurde ich interessiert beobachtet oder gefragt, wenn ich mir im Zug, aufm Schiff oder im Hostel ein Becher voll heißes Wasser bestellte und dann meinen Tee aufgoss und nach 15 Minuten (solange sollte es ziehen) „genüsslich“ trank…

Engagement als Baubeauftragter

Ich erwähnte vor längerer Zeit in einem Nebensatz mal, dass ich in einem weiteren Projekt als Baubeauftragter involviert sein werde. Nun, da sich diese Aufgabe schon dem Ende zuneigt (die Bauarbeiten sind fast beendet) möchte ich endlich mal von dieser spannenden und manchmal nicht einfachen Tätigkeit berichten:
Es geht um den Neubau von Räumlichkeiten für ein benachbartes Weisenheim (watoto wa africa). Ohne jegliche staatliche Unterstützung sind solche Vorhaben allein von größeren Geldspenden abhängig. Glücklicherweise fand sich in diesem Fall eine Organisation aus England (kidsaidtanzania.co.uk), die sich bereit erklärte, den Neubau zu finanzieren. Leider ist es auch in diesem Erdteil aber nicht unüblich Spendengelder zu veruntreuen und anders zu verwenden. Deshalb ist es meine Aufgabe, anhand von Bauplänen und Kostenübersichten die einzelnen Bauabschnitte zu protokollieren, zu überprüfen und dann nach Absprache mit den Geldgebern grünes Licht für weitere Gelder und den Fortgang der Arbeiten zu geben. Dies alles natürlich alles in guter Zusammenarbeit mit dem Direktor des Waisenheimes und dem Vorsitzenden der britischen Organisation.
Es ist wirklich interessant, wie schnell hier, wenn Geld vorhanden ist, Häuser entstehen können. In den ersten Wochen kam ich kaum mit dem mailen und Bilder machen hinterher. Und ebenso besonders war es zu sehen, mit welchen Mitteln hier gebaut wird: Die ca. 5m tiefe Abwassergrube wurde z.B. von drei Fundis (Arbeitern) in zwei Tagen gegraben, die freigelegten Felsen in mühsamer Arbeit mit Feuer! weggesprengt.
Immer wenn ich nach kleiner Radtour durch wunderbare Landschaft (der Bauplatz liegt ein wenig außerhalb) dort ankomme, werde ich von allen Arbeitern freundlich begrüßt. Und nach einem kurzen Schnack mit z.B. dem Direktor und ein paar Notizen und Fotos fahre ich dann weiter zur Arbeit zu meinen Kids. Sicherlich kommt mir bei diesem Job meine Herkunft aus einer Handwerkerfamilie zu gute.
Sicher fragt ihr Euch jetzt, wie ich schon wieder zu so einem Job kam…
Zufällig traf ich Anfang September auf einen Verantwortlichen der britischen Charity, weil er bei uns im Compound wohnte. Nach tagelangen interessanten und harten Diskussionen über Entwicklungszusammenarbeit fragte er mich kurz vor seiner Abfahrt, ob ich ihm bei einem Bauprojekt helfen könnte. Spontan sagte ich zu, auch weil er mir dafür mein heiß ersehntes Fahrrad finanzierte.
Ich weiß, man kann mein schnelles Engagement auch kritisch sehen, denn ein weißer Besserwisser entspricht sicher nicht einer sinnvollen Entwicklungszusammenarbeit. Ich hab mich aber immer mehr als „Reporter“ gesehen und eben den guten Kontakt gesucht. Und wie sich besonders im Moment zeigt (es gibt Unstimmigkeiten wegen anders verwendetem Geld) scheint ein diplomatisches Geschick für diese Tätigkeit auch nützlicher als eine fachliche Ausbildung. Letztlich möchte ich mit meinem Engagement in diesem Projekt nur versuchen, zwischen kulturellen Unterschieden in der Handhabung eines solchen Neubaus zu vermitteln. Wie erfolgreich mir dies gelingt, wird sich wohl besonders in den nächsten Wochen zeigen. Schon jetzt sehe ich es aber ganz eigennützig als eine Bereicherung in einem afrikanischen Bauprozess einbezogen gewesen zu sein.

Hier ein paar Bilder, in dieser Woche ziehen übrigens die Kinder um, obwohl es noch keinen Strom oder eine Küche gibt…

Hier noch ein paar Bilder die den Bauprozess ein wenig dokumentieren:

Das Haus fuer den unabdinglichen Wachmann sowie erste Fundamente

Als allererstes: Das Haus fuer den unabdinglichen Wachmann sowie erste Fundamente

Landestypische Arbeitsweisen...

Interessant: Landestypische Arbeitsweisen…

die beiden Dormitorys

Fast fertig: die beiden Dormitorys

Es ist sicher interessant mal so einen gewöhnlich und doch ungewöhnlichen Tag mit mir zu erleben. Hier kommt er…:

Es ist Montag, 7.30 Uhr, ich wache wie gewöhnlich ohne Wecker durch die Geräusche aus dem nahen und bereits ordentlich geschäftigen Dorf auf. Meistens sind meine beiden Mitbewohnerinnen Elena und Walburga schon auf und sitzen bereits am vorbereiteten Frühstückstisch. Mit dem aufgießen meines Malaria-Tees beginnt auch für mich das Frühstück und es dauert min. 15 Min, denn erst dann hat der Tee lang genug gezogen…

Meistens (Montags) überlegen wir dann zusammen, was wir diese Woche unterrichten wollen, ich mache mir gleichzeitig noch nen Plan was zusätzlich noch zu organisieren und erledigen ist. Da wir nicht so feste Arbeitszeiten haben, dauert es oftmals bis um 10 Uhr, bis wir loskommen und von morgendlichen Grüßen und Mzungu Rufen begleitet gen Hisani radeln. Heute ist es anders, denn wir machen zuerst die Dankeskarten für die Helfer des Tournaments fertig. Dies zieht sich hin, auch weil ich für die (Malaria?-) kranke Walburga einen Transport ins Hospital organisiere. Durch die Verspätung beschließe ich, die „Morning-lessons“ zu skippen und mache mich daran, Listen und Dokumente für das Anlegen einer persönlichen Akte für jedes Kind vorzubereiten. Außerdem beantworte ich noch einige Mails bezüglich unseres „Zwischenseminars“ welches vom Programm Weltwärts vorgeschrieben ist und von uns selbst organisiert im Dezember im Süden von TZ stattfinden soll. Anschließend verlagere ich meinen Arbeitsplatz ins Hisani-Center, wo ich zuerst mit Fred einige Sachen bespreche und mich dann neugierig beäugt von einigen Kindern daran mache, die gespendete Waschmaschine anzuschließen. Am Nachmittag schaue ich dann zuerst bei der „Headmasterin“ der Buswelu Secondary School vorbei um mich bei ihr für die Hilfe beim Tournament zu bedanken, dann habe ich dann einen Termin beim Tischler, mit dem ich mich schließlich auf einen akzeptablen Preis für den Bau von drei Schultischen einige.

Zurück in Hisani entschließe ich mich, nur noch ein wenig mit den Kids zu reden und herum zu tollen, denn ich sollte noch vor Dunkelheit die Stadt erreichen. Dort muss ich auf den Markt, zum Busbahnhof und zur Trainstation um Tickets für die Reise in den Süden zu besorgen. Fast jeden zweiten Tag bin ich inzwischen in der Stadt, meist weil vom vorherigen Besuch noch etwas unerledigt ist (weil mal wieder irgendwas geschlossen hatte) oder ich auf dem Weg zu Freunden bin. Heute fahre ich nach Nyengesi (30 min in den Süden), wo ich drei Mädels besuche, die mir die Haare schneiden und mit mir nen Bier trinken und Fotos von einem gemeinsamen Ausflug schauen wollen…Ein Besuch dort ist besonders deswegen immer spannend, weil dort eigentlich kein Männerbesuch gestattet ist. Aus diesem Grund verbringe ich den Rest des Abends flüsternd (der Nachtguard könnte etwas hören). Und verlasse das Haus am nächsten morgen so früh, dass der Nachtguard schon weg, die Putzfrau aber noch nicht da ist…

Buswelu Soccer Tournament

 

Hier nun ein Bericht von meinem zweiten großen Projekt, dem 1. Buswelu Soccer Tournament:

 

Ich erwähnte ja schon mal, dass der Kontakt und die Zusammenarbeit zwischen den vielen Waisenhäusern hier in Mwanza nicht so gut und von großer Konkurrenz geprägt ist. Um dies ein wenig zu verändern, kam mir die Idee ein großes Fußballturnier zwischen den verschiedenen Einrichtungen zu veranstalten.

Seit Wochen nun war ich mit meinen beiden Mit-Volontären Elena und Walburga damit beschäftigt Einladungen zu schreiben, Sponsoren zu suchen, Essen zu kaufen, Listen und Spielpläne zu erstellen und Helfer zu finden, am letzten Sa fand das Turnier dann endlich statt.

Und trotz einer so „afrika-untypisch mit tausend computer geschriebenen Listen reichlich durchdachten“ Vorbereitung kann ich davon berichten, dass es hier noch mal etwas ganz anderes bedeutet eine solche Großveranstaltung zu organisieren. Es gilt nämlich einige Variablen mehr zu berücksichtigen, z.B. ein Stromausfall, welcher mich bei dem Ausdrucken der ersten Spielplanseite überraschte und eine einstündige Fahrt in die Stadt zumindest für die nötigsten Pläne nötig machte. Oder der Getränkesponsor, der erst zwei Stunden zu spät lieferte und dann auch noch für die zugesagten Freigetränke Geld haben wollte. Und natürlich die Teilnehmer selbst, zum angesetzten Turnierbeginn um 10 Uhr waren von acht angemeldeten Teams erst vier anwesend…

 

 

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Wenn man sich dann aber flexibel zeigt und einfach alles sehr gelassen nimmt, scheint sich alles doch noch perfekt in einander zu fügen: Da fast alle und alles zu spät war beschwerte sich schon mal keiner! Und die von uns angestellten Küchenfrauen, die wohl das Kochen von 300 Portionen unterschätzt hatten, teilten das Essen – zwei Stunden zu spät aber eben fast passend im ungewollt neuen Zeitplan aus. Eine weitere echte Herausforderung stellte das Austeilen der Gratis-Sodas dar, denn dank der jahrzehntelangen perfekten Marketingstrategie eines Softdrink Giganten würde sich die lokale Bevölkerung für eine Cola wahrscheinlich sogar umbringen. Und trotz dass wir alle mit einer Soda „gesegneten“ Menschen mit einem Edding markierten, reichten die Getränke lange nicht aus (wahrscheinlich, weil sich das ganze Dorf für eine Soda anstellte, was wir wiederum nicht kontrollieren konnten…).

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Abgesehen von diesen „organisatorischen Erlebnissen“ gab es – so wurde mir berichtet – aber viele richtig gute und spannende Fußballspiele (insgesamt 17). Und immer wieder konnte man beobachten, wie afrikanisch-ausgelassen sich Spieler und die zahlreichen Zuschauer über jedes Tor freuten. Da wird getanzt, das Spielfeld gestürmt, ein Salto gemacht und laut geschrieen…

Leider musste ich dann später auch die manchmal negativen Seiten solcher Emotionen kennen lernen, als nämlich eine örtliche Mannschaft im Elfmeterschießen ausschied, konnte ich als zweiter Referee nur mit viel Mühe den (zum Glück) einheimischen Schiedsrichter vor der handgreiflichen Menge schützen. Aus diesem Grund hatte ich dann am Ende dieses langen Tages auch noch das Vergnügen das Finale zu pfeifen (Wazungus (Weiße) genießen hier deutlich mehr Respekt), bei großem Feld ordentlich Wegstrecke laufend und mit den hier so diskutierfreudigen Spielern auseinander setzend.

 

Puh…selten war ich so erschöpft.

 

Aber ein wirklich großer Tag für alle, der übrigens für meine Jungs von Hisani (als einzige Mannschaft ohne Schuhe spielend) mit einem echt guten 3. Platz endete!

 

siegerehrung

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